Der Wald

Wald ist enorm vielfältig. Zum einen bedeutet Wald Lebensraum für eine Vielzahl verschiedenster Lebewesen. Der Wald bindet C02 und ist somit ein natürlicher Luftfilter. Für uns Menschen bedeutet Wald Naherholung und Raum für Aktivität im Freien. Doch nicht nur das, unser Wald schützt uns auch vor Gefahren wie Steinschlag und Erdrutschen. 

Ein Drittel der Fläche Nidwaldens ist mit Wald bedeckt, Tendenz leicht steigend. Die Waldfläche der Genossenkorporation Ennetbürgen beträgt 126 ha. Ca 60 ha davon sind im Naturwaldreservat Naswald, die restlichen rund 35 ha auf Ennetbürger Boden liegen im Gebiet Herdern. Weitere 31.5 ha verteilen sich auf unsere Alpen am Buochserberg (25.7 ha) und auf der Wissiflue (5.8 ha).

  • Herderenwald

    Der Herdernwald ist vermutlich seit der Ausscheidung im 14. Jahrhundert zwischen Buochs und Ennetbürgen im Besitz der Genossenkorporation Ennetbürgen. Die gesamte Fläche von 35 ha ist Teil des Schutzwald-Projektes Ennetbürgen. Das Ober-Ziel für Schutzwälder lautet gemäss Waldentwicklungsplan (WEP): 

    «Schutzwälder sind in einem Zustand, in dem sie Siedlungen, Verkehrs-, Energie-, und Kommunikationswege gegen Lawinen, Rüfen, Steinschlag, Rutschungen, Erosionen und Hochwasser dauernd schützen.»

    Die Gefahren- und Risikobeurteilung für das ganze Gemeindegebiet wurde im Jahr 2006 vorgenommen. Im Gebiet Herdern besteht eine ausgeprägte Gefahr für Steinschläge und Rutschungen. Der Herdernwald leistet hier einen wichtigen Beitrag, zur Verhinderung von Steinschlag und Verminderung der Auswirkungen, indem er Steine bremst und aufhält. 

    Die Waldpflege

    Der Unterhalt des Herdenwaldes ist demnach so ausgelegt, dass er seine Funktion als Schutzwald ideal erfüllt. Somit gibt es keine ausgeprägte Bewirtschaftung, sondern vielmehr eine gelegentliche Verjüngung des Waldbestandes. Der Wald wird somit vital und gesund gehalten und bei Bedarf, wenn die sich die natürliche Verjüngung zu langsam einstellt, mit standortheimischen Baumarten bestockt. Durch das steile Gelände sind die Holzarbeiten sehr anspruchsvoll und sind der Gefahr von spontanen Steinschlägen ausgesetzt. Aufgrund des Schutzwald-Projektes erfolgt die Arbeitsausführung jeweils fallweise nach Absprache mit dem Amt für Wald und Energie bzw. mit dem entsprechenden Revierförster. 

    Forsthütte und Holzplatz

    Die Forsthütte im Herdernwald ist Eigentum der Genossenkorporation Ennetbürgen. Im Jahr 1985 wurde diese im Baurecht auf dem Grundstück des Bundes erstellt. Heute wird sie für die Arbeiten des Strassenmeisters und die gelegentlichen Holzarbeiten genutzt und bietet dabei Schutz vor den wetterlichen Bedingungen. Die Hütte hat weder fliessend Wasser noch eine Toilette. So wird diese auch nicht für Anlässe vermietet.

    Der Holzplatz wird als Umschlagsplatz genutzt und durch den Waldwirtschaftsverband Nidwalden organisiert. Unter anderen wird auch Hackholz gelagert, welches von den Nidwaldner Wärmeverbunden als Energiequelle genutzt wird. 

    Holifluehütte

    Die Holifluehütte diente früher den Holzarbeitern als Schutzhütte. Heute wird die Hütte vor allem von Freizeitlern genutzt, welche die Ruhe im Wald geniessen oder die zugehörige Grillstelle nutzen.

    Naherholung

    Der Herdernwald ist auch sehr beliebt als Naherholungsgebiet für Wanderer, Spaziergänger und Biker. So führt ein Wanderweg von der Hüslen herab durch das steile Gelände bis zur Waldstrasse und von da an weiter ins Stanser Gemeindegebiet. Alternativ wird die Waldstrasse bis zur grossen Kurve begangen, wo der Wanderweg nochmals in Richtung Juchweid verzweigt oder weiter der Strasse lang zu Boden führt. Die Waldstrasse wird ganzjährlich unterhalten, damit diese auch durch die Bevölkerung uneingeschränkt passiert werden kann. Ausnahmen herrschen aufgrund der Gefahr bei Holzarbeiten oder bei Schiessbetrieb beim Schiessstand Herdern.

  • Naswald

    Der Naswald ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für Ennetbürgerinnen und Ennetbürger und viele Leute weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Was viele jedoch nicht wissen, ist dass Teile des Naswaldes im Besitz der Genossenkoprationen Buochs und Beckenried sind. 

    Die Geschichte

    Um 1348 haben die amtierenden Schiedsrichter Josef von Attighusen, Ammann zu Uri, Glaus von Guldoldingen und Jakob Weidmann, Landammänner zu Schwyz und Heini von Hunwil, Landammann von Unterwalden einen umstrittenen Entscheid gefällt: Der Naswald am Bürgenberg soll weiterhin gemeinsames Eigentum der Bewohner von Buochs, Bürgen (Ennetbürgen) und jener von Niederdorf (Beckenried) bleiben. Die Leute von Emmetten, wo sich wohlweislich kaum um die weit entfernten Waldkomplexe an der Nas kümmerten, wurde somit das Nutzrecht entzogen. Soll heissen, dass sich bis zu diesem Tag die Bürger von Emmetten auch noch am Naswald bedienten.

    Infolge übermässiger Nutzung und widerrechtlichem Holzfrevel (Holzdiebstahl) von Seiten unbeteiligter Seeanstösser kam 1619 die Teilung des gemeinsamen Naswaldes zustande. Durch den Schiedsspruch vom St. Margaretentag erhielten die Genossen von Beckenried dabei den äussersten Teil der Nasspitze mit einer Grösse von 19.5 ha zu Eigentum. Die Genossen von Buochs kamen den südlich gelegenen Teil mit einer Grösse von 30.9 ha zu Eigentum, und die Genossen von Ennetbürgen kamen den nördlich gelegenen Naswald mit einer Grösse von 59.6 ha zugesprochen.

    Im Jahre 1952 wurde in der Naswaldung im Gebiet des Schwyzersteinbodens ein Maschinenwegnetz erstellt. Das geschlagene Holz konnte mit einer im gleichen Jahr montierten festen Seilanlage vom «Schwyzersteinboden» nordwärts ans Seeufer «gedrahtnet» werden. Dort war aber praktisch kein Stapelplatz vorhanden und so mussten die entasteten Stämme mittels Nauen an einen geeigneten Platz befördert werden. Hier blieben sie liegen, bis sie entweder aufgearbeitet oder als Langholz abtransportiert wurden. In den 1970er Jahren wurde der Holztransport über den See sehr teuer. Daraufhin wurde ein Projekt über die Erschliessung des Naswaldes mit einer Waldstrasse geprüft, basierend an der Schartistrasse.

    Im Spätherbst 1982 fegte ein starker Föhnsturm über unsere Gegend. Die Waldungen der Korporationen Beckenried, Buochs und Ennetbürgen, welche in dieser Gegend ein «Dreilendereck» bilden, waren stark betroffen. Beim Aufarbeiten des Schadenholzes, respektive beim Abtransport, fiel das Fehlen einer Strasse sehr schmerzlich auf. Es wurde das Projekt über die Erschliessung des Waldes forciert. Aus Kreisen des Landschaftsschutzes gab es jedoch so starke Opposition, dass die Idee wieder fallen gelassen wurde.

    Die letzten Holznutzungen erfolgen um 1990, damals war der Holzbestand im ganzen Naswald eher tief. Seither waren auch keine nennenswerte Naturereignisse mehr zu verzeichnen (die Orkane Viviane und Lothar haben im Naswald praktisch kein Sturmholz verursacht). 1993 sind die 3 Korporationen für den Naswald ein 10-jähriges Holznutzungsmoratorium eingegangen (Aufschub der Holznutzung).

    Naturwaldreservat

    Seit dem Jahr 2010 gehört der Naswald einem Waldreserverat an. Zusammen mit den Korporationen Buochs und Beckenried unterzeichnete die Genossenkorporation Ennetbürgen einen Vertrag, in dem man während 50 Jahren auf eine Nutzung des Waldes verzichtet. Die gesamte Reservatsfläche beträgt 110 Hektaren und gemeinsam mit dem angrenzenden Reservat der Korporationsgemeinde Luzern entstand ein zusammenhängendes Reservat über die Fläche von 240 Hektaren. 

    Der Vertrag regelt, dass das natürliche Werden und Vergehen im Wald ohne Eingriffe zugelassen werden. Einzig wenige gezielte Massnahmen zur Aufwertung des Lebensraumes für spezielle Tier- und Pflanzenarten sowie zur Sicherheit der Wanderer werden noch ausgeführt. 

    Der Naswald eignet sich besonders gut für ein Waldreservat. Er muss keine Schutzaufgaben erfüllen, da keine Häuser oder Verkehrswege auf seinen Schutz angewiesen sind. Er ist für die Holznutzung wenig interessant, da er nicht mit Waldstrassen erschlossen ist. Auf Grund der Lage am Ufer des Vierwaldstättersees, der Exposition (Nord- und Südhang) und der unterschiedlichen Standortverhältnisse ist im Naswald die Vielfallt an Pflanzen- und Tierarten sehr hoch. Auf 57 Prozent der Waldfläche kommen schweizerisch und zum Teil sogar europäisch seltene Waldgesellschaften vor, wie beispielsweise der Linden­Zahnwurz-Buchenwald oder der Eiben-Steilhang-Buchenwald. Neben Gämse, Reh und Fuchs sind viele Vogelarten, aber auch Amphibien und Schlangen zu Hause. 

    Ziel des Reservates ist es, die natürliche Dynamik im Wald zuzulassen. Das heisst, dass möglichst alle Altersphasen des Waldes wie Blössen, Jungwald, alte und dicke Bäume und Totholz nebeneinander vorkommen sollen. Dadurch kann die Artenvielfallt im Naswald erhöht werden. Um dieses Ziel zu erreichen muss der Natur viel Zeit gelassen werden. Die Vertragsdauer für den Nutzungsverzicht beträgt 50 Jahre mit einer Option auf Verlängerung. Ein Ziel des Reservates ist es, das Naturerlebnis für den Menschen zu fördern. Das Betreten des Waldes bleibt somit weiterhin gestattet, entlang der offiziellen Wanderwege werden für die Wanderer gefährliche Bäume nach wie vor entfernt. 

    Naherholung

    Weit über die Gemeindegrenzen hinaus ist der Naswald als Naherholungsgebiet bekannt und beliebt. Die Wanderwege werden zum Wandern, Spazieren und Biken rege genutzt, sind diese aufgrund der südlichen Exposition auch fast ganzjährlich gut passierbar. Schöne Aussichtspunkte wie jener bei der Rappersflue wie auch schöne Plätzchen am Seeufer laden zum Verweilen und Geniessen.

    Schwyzersteinbodenhütte

    Auf dem Schwyzersteinboden wurde dannzumal für die forstlichen Arbeiter eine Schutzhütte erstellt. Die Schwyzersteinbodenhütte ist bis heute erhalten und ist dank guter Achtsamkeit des Hüttenwartes in einem guten Zustand. Die Hütte wird nicht mehr aktiv genutzt und ist auch nicht mehr durch einen offiziellen Wanderweg erschlossen. 

Der Genossen-Wald auf Ennetbürger Boden
Stefan Barmettler
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